Renovieren & Wohnen Ausgabe 2 - page 22

Trockenlegung / Bausanierung
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Der Atem des Schimmels –
wie entstehen die schwarzen Flecken?
Irrungen undWirrungen um Dämmen und Lüften
von Häusern – DBU-Experte: „Panikmache“
Selbst seriöse Medien haben sie schon als
Helfer des „Teufelszeugs“ Schimmel verkauft:
die Wärmedämmung. Der Tenor: Häuser, die
wärmedicht eingepackt werden, neigen stär-
ker zur Schimmelbildung als unsanierte Häu-
ser. „Das ist reine Panikmache“, sagt Andreas
Skrypietz, Projektleiter der Klimaschutz-
Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Das Gegenteil sei der Fall: „Schimmelporen
gedeihen an den kühlsten Stellen im Haus,
an denen sich Feuchtigkeit niederschlägt.
Eine professionell ausgeführte Dämmung
sorgt dafür, dass die Wände weniger ausküh-
len und mindert dadurch sogar die Schim-
melgefahr“, so Skrypietz. Das belege auch
eine aktuelle Studie des Aachener Instituts
für Bauschadensforschung.
Eine Umfrage der Forscher unter Bauexper-
ten habe ergeben, dass Schimmelbefall in
hochwärmegedämmtenWohnhäusern selte-
ner vorkomme als in unsanierten Gebäuden.
Die tatsächlichen Ursachen lägen woanders:
Wärmebrücken vor allem an Fenstern, Balko-
nen und Dach, falsches Lüftungsverhalten
der Bewohner oder das Fehlen einer Lüf-
tungsanlage. „Die Studie untermauert, wie
wichtig die professionelle Planung und Bau-
begleitung durch einen Fachmann ist“, er-
klärt Skrypietz. Wer sein Haus ohne Experten-
hilfe selbst saniere, müsse mit Bauschäden
rechnen, die die schwarzen Schimmelflecken
gedeihen lassen.
Häufig bildet sich Schimmel auch, wenn
Hausbesitzer bei der Sanierung ihres Hauses
auf eine bessere Dämmung verzichteten und
nur die Fenster austauschten. „Bei alten, un-
dichten Fenstern und schlecht gedämmtem
Mauerwerk verhindert die ständige Zugluft,
dass sich in Fensternischen Schimmel bildet.
Wenn die Fenster und Anschlüsse an die
Wand dann dicht sind, muss häufiger gelüf-
tet oder eine Lüftungsanlage eingebaut wer-
den. Passiert das nicht, reichen die verbliebe-
nen Undichtigkeiten allein nicht aus, um Luft
und Feuchtigkeit in der Wohnung auszutau-
schen“, so Skrypietz.
Würden nur die Fenster ausgetauscht, beste-
he die Gefahr, dass sich häufig in Ecken Kon-
denswasser an den Innenwänden nieder-
schlage und es zur Schimmelbildung komme.
Wenn hingegen Fenster und Fassade gleich-
zeitig fachgerecht erneuert werden, könne
sich an den Außenwänden im Raum nicht
mehr so viel Feuchtigkeit niederschlagen
und somit auch kein Schimmel bilden. „Des-
halb heißt es bei der größten Förderbank –
der KfW – auch bei Einzelmaßnahmen grund-
sätzlich: kein Zuschuss ohne Energieberater“,
erklärt Skrypietz.
Wer durch eine Sanierung Heizkosten sparen
will, ohne sich den Schimmelpilz ins Haus zu
holen, sollte sich daher unbedingt Hilfe vom
Fachmann holen. Wie dringend das eigene
Haus saniert werden sollte, zeigt der kosten-
lose Energie-Check der DBU-Kampagne
„Haus sanieren – profitieren“. Weitere Infos
finden interessierte Besitzer von Ein- und
Zweifamilienhäusern auf:
Hintergrund
Die DBU-Kampagne „Haus sanieren – profi-
tieren“ berät Besitzer von Ein- und Zweifami-
lienhäusern, die ihre Immobilie energetisch
sanieren möchten. In einer fünfteiligen Serie
räumen die Kampagnen-Experten mit land-
läufigen Irrtümern rund um das Thema Sa-
nierung auf.
(DBU)
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